Zeitdiebe in die Flucht geschlagen!

Zeitdiebe in die Flucht geschlagen!

7. Juli 2026 Off By mms freistadt

Bereits im Schuljahr 2024/25 fiel im Kreis eines kleinen Lehrerteams die Entscheidung, die Schulproduktion im Juni 2026 der Geschichte „Momo“ von Michael Ende zu widmen. Im Mai 2025 begannen die Regisseurin Riccarda Entholzer und ihre Regieassistenz Astrid Schinnerl mit den ersten Planungen. Noch vor den Sommerferien traf sich ein Kreativteam aus Lehrkräften verschiedenster Fachbereiche, um Ideen für Bühnenbild, Kulisse, Requisiten und Kostüme zu entwickeln. Damit war der Grundstein für ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt gelegt.
Mit Beginn des Schuljahres wurde das Projekt der gesamten Schulgemeinschaft vorgestellt. Im Oktober lernten alle Klassen Michael Endes Werk kennen. Der Roman war nicht nur fester Bestandteil des Deutschunterrichts, sondern wurde aufgrund seiner zeitlosen und hochaktuellen Thematik in zahlreichen Unterrichtsfächern aufgegriffen. Schon im Herbst wurde in den Werkstätten und Kreativräumen der Schule geschraubt, gemalt, genäht und gestaltet. Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen arbeiteten gemeinsam mit ihren Lehrkräften mit großem Einsatz an den unterschiedlichsten Bereichen der Produktion.
Im November fand das dreitägige Casting statt, bei dem insgesamt 42 Rollen für zwei Besetzungen vergeben wurden. Gleichzeitig begann die musikalische Probenarbeit: Julia Friesenecker und Sigrid Stöger-Atteneder studierten mit jeweils rund 65 Chorsängerinnen und Chorsängern aus den 2., 3. und 4. Klassen die Musikstücke ein. Auch die elfköpfige Band – bestehend aus sechs Schülerinnen und Schülern sowie fünf Lehrkräften – probte unter der Leitung von David Enzenhofer regelmäßig.
Ab Dezember wurden die Rollen Schritt für Schritt erarbeitet. Regisseurin Riccarda Entholzer entwickelte gemeinsam mit den Darstellerinnen und Darstellern die einzelnen Szenen und fügte sie nach und nach zu einem stimmigen Gesamtwerk zusammen. Mit beeindruckender Ausdauer behielt sie dabei stets den Überblick über das Gesamtprojekt und erstellte unzählige Probenpläne, um die Proben der verschiedenen Gruppen zu koordinieren und alle Mitwirkenden bestmöglich zusammenzuführen. Dabei war Regieassistentin Astrid Schinnerl während des gesamten Entstehungsprozesses eine unverzichtbare Stütze. Sie begleitete die Proben mit großem Engagement und koordinierte organisatorische Abläufe, sodass die gesamte Schule den Überblick behielt. Die enge Zusammenarbeit der beiden bildete die Grundlage für den reibungslosen Ablauf der monatelangen Proben. Nach den Weihnachtsferien begann Tanzlehrerin Vesna Tepic mit rund 70 Tänzerinnen und Tänzern pro Besetzung aus den 1. bis 4. Klassen, die aufwendigen Choreografien einzustudieren.
Auch hinter den Kulissen wurde mit großem Engagement gearbeitet. Magdalena Reindl koordinierte die Hintergrundprojektionen, Michaela Leopoldseder gestaltete gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern die Saaldekoration. Für das Bühnenbild war Anna Greul verantwortlich. Lisa-Maria Auer und Katharina Dworak koordinierten die Kostüme, während Lisa Eichinger und Anita Affenzeller die farbenfrohen Requisiten planten und anfertigten. Ein besonderes Zeichen gelungener Zusammenarbeit war die Unterstützung durch die Berufsschule sowie die Firma Wimberger, der die Schule die eindrucksvolle Bühnenkulisse verdankte.
Ebenso unverzichtbar war die Arbeit hinter dem Vorhang. Die Bühnencrew unter der Leitung von Thomas Breiteneder und Gunther Breuer sorgte für einen reibungslosen Ablauf jeder Vorstellung. Johanna Leitner und ihr engagiertes Maskenteam verwandelten Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Tänzerinnen und Tänzer mit viel Geschick und einer Portion Glitzer in ihre Bühnenfiguren. Für Ton und Licht waren Peter Novak, Tobias Sigl, Florian Seilinger, Christoph Kartusch und Josef Fischerlehner verantwortlich und sorgten dafür, dass jede Szene eindrucksvoll zur Geltung kam.
Drei Wochen vor der Premiere begannen die Intensivproben im Gymnastiksaal. Nun wurden Schauspiel, Chor, Band und Tanz Szene für Szene zu einem großen Ganzen zusammengeführt. Nach dem Aufbau in der Messehalle Freistadt konnten die Proben schließlich auf der Originalbühne stattfinden. Für die Dauer der Endproben trat der reguläre Unterricht in den Hintergrund, damit sich alle Mitwirkenden mit voller Konzentration den letzten Vorbereitungen widmen konnten.
Die Hauptrollen übernahmen zwei Besetzungen: Momo wurde von Ella Thalhammer (2d) und Johanna Grill (4d) gespielt. Als Beppo, der Straßenkehrer, standen Ronja Blüher (4c) und Tobias Klaner (3d) auf der Bühne. Die Rolle des fantasievollen Fremdenführers Gigi übernahmen Emma Aichhorn (4c) und Sophie Resch (4d). Die weise Schildkröte Kassiopeia wurde von Sophie Mairhofer (2d) und Annika Traxler (4d) dargestellt. Meister Hora, der Hüter der Zeit, wurde von Johanna Diesenreiter (3c) und Emilia Seitlinger (3d) verkörpert.
Nach Monaten intensiver Vorbereitung war es schließlich so weit: Bei sechs ausverkauften Aufführungen in der Messehalle Freistadt begeisterten die Schülerinnen und Schüler das Publikum mit einer beeindruckenden Inszenierung. Tosender Applaus und Standing Ovations waren der verdiente Lohn für ihren außergewöhnlichen Einsatz, ihre Kreativität und ihr großes Können.
Ein Projekt dieser Größenordnung ist nur alle vier Jahre möglich, da rund 380 Schülerinnen und Schüler sowie 60 Lehrkräfte auch dieses Schuljahr wieder über viele Monate hinweg unzählige Stunden investierten, um gemeinsam etwas Besonderes entstehen zu lassen. Die Aufführung von „Momo“ war weit mehr als ein Bühnenstück – sie war ein beeindruckendes Zeichen gelebter Schulgemeinschaft und wird allen Beteiligten und dem Publikum noch lange in Erinnerung bleiben.


Momo von Michael Ende
bearbeitet von Musikmittelschule Freistadt

© Aufführungsrechte beim Bühnenverlag Weitendorf, Hamburg


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