20 Jahre Schuhputzaktion

20 Jahre Schuhputzaktion

30. November 2017 Aus Von mms freistadt

Besonders eifrig üben derzeit die Schüler und Schülerinnen der 4. Klassen das Schuhputzen. Kein Wunder, denn sie wollen ab dem kommenden Wochenende wieder als Schuhputzer Spenden sammeln. Bereits seit 20 Jahren werden in der Schule in der Adventzeit auf diese Weise Spenden gesammelt, um Kindern der „Dritten Welt“ zu ermöglichen, eine Schule zu besuchen anstatt für den Familienerhalt Geld verdienen zu müssen.

Im Herbst 1997 wurde die Idee geboren, SchülerInnen der damaligen Hauptschule 2 Freistadt die Möglichkeit zu geben, sich für Kinder der dritten Welt einzusetzen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Schule zu besuchen. Schülerinnen der Hauptschule und später der Mittelschule schlüpfen seither jeden Advent in die Rolle der Kinder der 3. Welt, indem sie in ihrer Freizeit in den Straßen Freistadts Schuhe putzen und Spenden sammeln. Mit den gesammelten Spenden werden Projekte unterstützt, die dazu dienen, dass Kinder in die Schule gehen können.

In vielen Ländern Lateinamerikas und Afrikas gehört Schuhe putzen und andere Formen der Kinderarbeit zum Alltag. Vielen Kindern bleibt dadurch der Zugang zur Schulbildung verwehrt. Unsere SchülerInnen wollen durch die Schuhputzaktion auf diesen Missstand aufmerksam machen und den Kindern im Süden helfen. Mit dem Erlös dieser Aktion wurden Straßenkinder in Nicaragua, Brasilien und Kenia unterstützt. Unter dem Motto „Wir putzen uns nicht ab“ organisiert die Religionslehrerin Gabriela Kampl seit Jahren diese Aktion, die erstmals 1997 durch die Religionslehrerin Roswitha Kerschbaummayr in Freistadt durchgeführt wurde und mittlerweile in vielen österreichischen Gemeinden nachgeahmt wird. Im Jahr 2001 erhielt die Schule für diese Aktion den Solidaritätspreis der Diözese Linz. Das Projekt ist eines der am längsten bestehenden Schulprojekte Österreichs.
Zwischen 40 und 70 Schüler und Schülerinnen der UNESCO Musik NMS Freistadt sind jedes Jahr im Advent in ihrer Freizeit in der Stadt unterwegs, um als Schuhputzer Geld zu sammeln. In der Schule werden Probleme der Länder des Südens angesprochen und Hilfsmöglichkeiten besprochen. Die Schülerinnen melden sich freiwillig zur Mitarbeit an der Schuhputzaktion. Im Unterricht wird dann vorgezeigt und geübt, wie Schuhe richtig geputzt werden und wie man Passanten höflich anspricht. Zehn Schuhputzkästen wurden im Werkunterricht von den SchülerInnen hergestellt und mit diesen Schuhputzkästen gehen die Schülerinnen immer zu zweit in ihrer Freizeit putzen. Mit Schuhcreme, Lappen und Bürsten ausgerüstet, bieten sie den Passanten an, ihre Schuhe zu putzen und bitten danach um Spenden. Das gesammelte Geld wurde anfangs der Katholischen Männerbewegung übergeben, die mit den Spenden Schulprojekte in Nicaragua finanzierte. Später wurde ein Projekt des Eferdinger Paters Josef Hehenberger unterstützt, der in Brasilien ein Waisenhaus und eine Tagesstätte für Straßenkinder betreibt. In den letzten Jahren wurde ein Projekt der Dreikönigsaktion unterstützt, die eine Schule in Mombasa für Straßenmädchen betreibt. Bei allen unterstützten Projekten geht es darum, dass Kinder ein Dach über dem Kopf, warme Mahlzeiten, gesundheitliche Versorgung und Schulbildung erhalten. Die Projekte werden jeweils demokratisch von den beteiligten Schülerinnen ausgewählt.